Aktuelle Bilder 2022 von den ersten HP

Erste Horst-Paare bei Wolfskehlen (Riedstadt) Mitte Januar 2022


Störche im Ried und ihre unterschiedlichen Nestbauten

Hier ist schön zu sehen welch ein Unrat von den Störchen eingetragen wurde, in dem Nesthaufen der abgeräumt wurde vom Nestgestell.

Damit die Störche nach ihrer Rückkehr nicht gleich wieder den Müll auflesen, wurde jeder Lappen und was noch in dem Zweigenhaufen steckte, entfernt.

Bilder; NABU/H. Schnur

„Unsere Störche“ Wappentier des NABU Deutschland.

Er zeigt sich auf Logos, und noch auf vielem mehr was der NABU anbietet.

Ganz besonders, in voller Größe zu sehen ist er in unserer näheren Umgebung, besser, im Ried und im Kreis Groß-Gerau. Denn hier kommen die meisten Brutpaare der gesamten Republik vor. Und die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr.                                                                  

Das sah aber vor vielen Jahren so in den 70.igern ganz anders aus. Da war fast nichts mehr zu sehen vom Storch. Wenn man einen sehen wollte, musste man in den Zoo gehen, oder in besonderen Gehegen nachsehen. Das hat sich glücklicherweise geändert.

Nun, Ehrenamtlichen Beobachter und Betreuer meist aus NABU Gruppen, die sich ab 1990 zusammengetan haben, um die Population zu steigern, haben jetzt in jedem Jahr einiges zu tun. Zum einen werden die Horste nachgesehen, um festzustellen, ob das Nest noch tragfähig ist, oder ob der Mast nicht schon beschädigt ist und gegen einen neueren ausgetauscht werden sollte. Oder, ob das Nistmaterial, das von den Störchen ständig beigetragen wird, um das Nest (gefühlt) angenehmer und sicherer zu machen, nicht zu hoch und zu schwer wird. Denn nach einer gewissen Zeit, kann schon so ein Nest mal locker drei vier Zentner schwer werden. Dadurch brechen besonders die Holzmasten bei starkem Wind gerne um. Es kam schon einige Male vor, dass genau in dem Zeitpunkt, wo die Jungen schon geschlüpft waren, oder sogar schon kurz vor dem Ausfliegen gestanden haben, der Mast umstürzte. Hier haben die Jungtiere keine Chance zu überleben. Das bedeutet einen völligen Brutausfall.

Daher räumen manche Betreuer nach drei oder vier Jahren die alten Nester runter, um die Gefahren zu minimieren. Den Störchen macht das meist wenig aus, sie bauen ihr Nest nach der Rückkehr aus dem Winterquartier wieder auf. Mit Zweigen und viel Unrat wird der Nestboden und der Nestrand ausgebessert. In der Mitte wird eine Kuhle zurechtgeformt, wo später die Eier abgelegt werden. In diese Kuhle wird auch das beigetragen Futter für die Jungen hineingewürgt. Die Jungstörche nehmen sich dann selbständig was sie möchten.  Nur Wasser, das bei sehr starker Hitze den Jungen gegeben wird, kommt direkt aus dem Schnabel der Elterntiere. Übrigens, Störche nehmen und schlucken nur so viel Nahrung in den Schnabel, was sie auch tatsächlich runterwürgen können. So zählen Junghasen oder Rebhühner, gar Wachteln nicht zu ihrem Speiseprofil. Daran würde jeder Storch ersticken, und die Jungen könnten es überhaupt nicht aufnehmen. Denn die Mahlzeit kleinmachen geht nicht, so wie es zum Beispiel die Greifvögel machen. Dazu ist der Storch mit seinem langen Schnabel nicht fähig. Aber, es kommt immer wieder mal vor, dass solche Behauptungen, wie oben genannte Kleintiere vom Storch gefangen werden, und ans Nest getragen werden. Nein, das ist schlichtweg die Unwahrheit.

 

In den unten gezeigten Bildern kann man sehen, was an und ins Nest getragen wird. Von Putzlappen über Handschuhe, Schwämme, Stahlschwämme, Papier, Küchenmesser, Kunststofftüten, Schnüre, und was besonders Gefährlich ist für die Jungen im Nest, Angelschnüre. Mit diesen Schnüren, strangulieren sich jedes Jahr etliche Jungtiere, oder trennen damit ihre Beine oder Flügel ab, weil sie sich darin verwickeln.

Daher eine Bitte an alle Landwirte und Angler, räumt eure Felder von nicht mehr gebrauchter Folie und Kleinunrat ab, und die Angler, wenn sie einen Abriss der Schnur bemerken, nachsehen wo sie verblieben ist und wegräumen. Nicht im Wasser liegen lassen. Danke.