Aktion "Schwalbenfreundliches Haus"

Der NABU Kreisverband Darmstadt zeichnet aus

 Die vom NABU Kreisverband Darmstadt und seinen Kreisgruppen in Planung genommene Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" soll sich zu einem erfolgreichen Artenschutzprojekt im Kreis mausern. Die Kampagne zum Schutz der Rauch- und Mehlschwalben soll eine Anregung für Schwalbenfreunde werden. Und es gibt bei uns auch noch Mauersegler, eine Gattung der Segler.  Auch sie müssen geschützt und ihr Bestand vermehrt werden.

 

Zögerlich kommen die Schwalben und Mauersegler aus den afrikanischen Überwinterungsgebieten heim, um hier zu brüten. Vielerorts ist ihr Gezwitscher in der Nähe von Häusern, Schuppen und Ställen nun wieder zu hören. Nicht immer sind sie willkommen. Doch noch gibt es viele Menschen, die sich über das Glück freuen, das die Schwalben sprichwörtlich an ihre Häuser bringen. Zwar ist unsere Gemeinschaftsaufgabe erst im letzten  Jahr ins Leben gerufen worden, doch es gibt schon erste Erfolge. Einige unserer Ortsgruppen haben sich an der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ beteiligt, und die ersten  schwalbenfreundlichen Hausbesitzer und ihre Immobilie mit einer Plakette ausgezeichnet. Ferner wird eine Urkunde und ein Buch übergeben.

 

Denn so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück. Eine der Ursachen ist der fortschreitende Verlust von Nistmöglichkeiten. Während früher in jedem Kuhstall Platz für mehrere Rauchschwalbenpaare war, sind heute viele Viehställe verschlossen – sofern es sie überhaupt noch gibt. Nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten, ideale Orte für die Schwalben, um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, sind heute eine Seltenheit. Mehlschwalbennester fallen den teilweise überzogenen Hygienevorstellungen einiger Hausbesitzer zum Opfer und werden nicht selten illegal von der Hauswand entfernt. Und lange kalte Winter tun das Ihrige dazu. Zum Glück gibt es vermehrt Pferdeställe, ideal für die Rauchschwalben. Hier können sich die flinken Flugkünstler vermehren.

 

Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstlern und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt. Und so können Sie die Auszeichnung bekommen:

Sie haben ein Haus, eine Ferienunterkunft, ein Hotel oder sonstiges Gebäude und

 

  • dulden Schwalben an ihren Wänden?
  • akzeptieren das Brutgeschehen der Sommerboten?
  • fördern es sogar durch das Aufhängen von Nisthilfen?
  • und die Anlage einer Lehmpfütze?

Dann sind Sie unser Kandidat für die Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus". Melden Sie sich einfach bei uns oder Ihrer NABU-Gruppe vor Ort und teilen Sie uns mit, warum Sie die Kriterien eines schwalbenfreundlichen Hauses erfüllen.

 

Warum vergibt der NABU dieses Zertifikat?

 

Die an Hausfassaden nistenden Mehlschwalben wie auch die in Ställen, Carports oder Schuppen nistenden Rauchschwalben sind hierzulande in ihren Beständen gefährdet. Eine der Hauptursachen dafür ist die mutwillige Beseitigung von Nestern oder die gezielte Störung der Vögel beim Bau der Nester durch den Menschen. Dabei gibt es für das Problem der verschmutzten Hauswände eine ganz simple Lösung. Ein einfaches Brettchen, das unterhalb des Nestes angeschraubt wird, fängt den Schwalbendreck auf. Das Sauberkeitsempfinden der Besitzer, Gäste und Nachbarn ist also keine Ausrede mehr. Im Gegenteil: Umfragen in Tourismusregionen haben gezeigt, dass Urlauber das Vorkommen der wendigen Flugkünstler begrüßen und so genannte Vergrämungsmaßnahmen wie Drähte, Seile oder Flatterbänder dagegen als abstoßend empfinden.

 

Wie profitieren schwalbenfreundliche Häuser von dieser Auszeichnung?

 

Der NABU möchte Hausbesitzer dafür belohnen, dass sie die Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen. Für Hotels, Pensionen und Restaurants, die auch die Geflügelten Sommerboten an ihren vier Wänden willkommen heißen, möchten wir einen positiven Anreiz schaffen, in dem dies sichtbar für alle seine Wertschätzung erfährt. Die Durchführung des Projektes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren NABU-Aktiven vor Ort. Und wenn dazu noch ein Foto in unserer Homepage erscheint, auf dem die Eigentümer der Immobilie zu sehen sind, was will man mehr!